Sfakia, die letzte ursprüngliche Gegegend Europas

Chóra Sfakíon ist die Hauptstadt der Sfakiá, des wildesten und unzugänglichsten Teils Kretas an der Südküste, der auch unter der jahrhundertelangen Herrschaft der Türken auf der Insel nie gänzlich erobert und beherrscht wurde. Auch die Deutschen hatten mit den Sfakióten die allergrößten Schwierigkeiten, und nicht nur deshalb gelten diese - nach Meinung der übrigen Griechen - auch heute noch als die wildesten und gefährlichsten unter den Kretern.

Leben in Sfakia Frangokastello

Gleichzeitig sind sie aber auch die gastfreundlichsten! Auch heute noch liegt die Sfakiá "etwas abseits". Die einzige Straße von Norden schlängelt sich kurvenreich durch die Berge (allerdings wurde bzw. wird sie 2009 teilweise zu einer echten "Schnellstraße" sogar mit Straßentunneln ausgebaut - das mag wegen der vielen Busse für die Samariá-Wanderer einen Sinn machen, nimmt der Strecke aber sehr viel an Reiz), Erreicht man die Südküste, gabelt sich die Straße. Nach Westen geht es nach Chora Sfakion und nach Osten die Straße Richtung Frangokastello-Flisvos ist zwar sehr ordentlich ausgebaut, führt durch viele kleine Dörfer. (ich bin sie schon gefahren, als sie noch ein Schotterweg war - Höchstgeschwindigkeit 15 km/h - das ist schon lange Vergangenheit).

Kreta. Urlaub, Zimmer ,Pension. Hotel

Zentrum des Widerstandes

Im Mittelalter hieß der Ort Omprosgialos. Chora Sfakion war eines der Zentren des kretischen Widerstandes gegen fremde Eindringlinge (Venezianer, Türken und zuletzt die Deutschen während des 2. Weltkrieges).
Von hier aus wurden nach der Luftlandeschlacht um Kreta Ende Mai 1941 mehr als 10.000 alliierte Soldaten nach Ägypten ausgeschifft. Beim Sonderunternehmen Völkerbund wurden im September 1941 wegen Unterstützung der alliierten Soldaten und wegen Widerstands gegen die deutschen Besatzer in Chora Sfakion 25 Kreter erschossen.
Die Sfakioten, die Bewohner der Region, gelten noch immer als besonders stolz, rau und mutig.

Chora Sfakion

Chora Sfakion liegt im Süden Westkretas am Libyschen Meer, einen Kilometer westlich des Ausgangs der Sfakiano-Schlucht. Das "Zentrum" des Ortes mit Tavernen, einigen Hotels und Geschäften liegt unmittelbar am alten Hafen, die anderen Ortsteile liegen auf den bis nahe ans Meer abfallenden Ausläufern der Lefka Ori, der ‚Weißen Berge'.